Wie verläuft eine Blutegelbehandlung?


Wenn sie sich mit einer Blutegelbehandlung einverstanden erklärt haben, sollten sie drei Tage vor der Behandlung (mindestens einen Tag vorher) keine Einreibungen des zu behandelnden Tieres mit medizinischen Salben oder sonstigen Produkten die Ätherische Öle enthalten (z.B. Franzbranntwein, Heparinsalbe, Desinfektionslösung, Frontline, Fliegenspray) vornehmen. Ferner sollten keine Entzündungshemmer verabreicht werden, wie z.B. Equipalazone, Rimadyl, Pergolyt, Ingwer, Weidenrinde/Salix purpurea oder Teufelsfkralle/Harpagophytum procumbumbens, da sie das Beißen der Egel verhindern können.

Falls Ihr Tier blutverdünnende/gerinnungshemmende Medikamente einnimmt (Marcumar, Aspirin, Warfarin), ist es dringend erforderlich, mich vorab darüber in Kenntnis zu setzen. Wann Blutegel zur Therapie nicht eingesetzt werden dürfen, erfahren Sie unter dem Link: Für welche Erkrankungen ist die Therapie sinnvoll/Indikationen/Kontraindikationen!

Für Hundebesitzer:
Planen Sie vor der Behandlung noch einen Spaziergang mit Ihrem Hund ein, damit er sich noch einmal löst und sich bei der Behandlung entspannen kann.

Für Pferdebesitzer:
Wählen Sie für die Behandlung eine Uhrzeit aus, in der man von einer ruhigen Atmosphäre im Stall Ihres Pferdes ausgehen kann (Vermeidung von Stoßzeiten von Reitern, Fütterungszeiten usw.).

Das Ansetzen der Blutegel erfolgt nach Reinigen der Ansatzstellen mit lauwarmem Wasser. Je nach Haarkleid und Beißlust der Egel kann es nötig sein, die Ansatzstellen für die Egel zu rasieren (1-2 cm im Durchmesser). Je nach Beißlust der Egel kann es notwendig sein die Ansatzstelle leicht mit einer Kanüle anzuritzen um das Austreten eines Blutstropfens zu bewirken (Skarifizieren). Bitte bedenken Sie, dass die Bissstelle auch wenn sie nur sehr klein ist (einige Milimeter) vernarben kann.

Bitte planen Sie für den zeitlichen Ablauf ca. zwei bis drei Stunden Zeit ein, da das Saugen der Egel 20- 60 Minuten dauert. Aber auch ein zweistündiger Saugakt ist möglich. Am Tag der Behandlung sollten Sie sich für den Rest des Tages nichts vornehmen, damit Sie ihr Tier unter Beobachtung halten können, damit es zu keinem übermäßigen Belecken oder Knabbern an den Egelbisswunden kommt. Dies könnte sonst zu Infektionen und einer gestörten Wundheilung führen. Bei Hunden ist mit einer Nachblutungsdauer von ca. 6-8 Stunden zu rechnen, bei Pferden mit ca. 2-3 Stunden. Aber auch eine Nachblutung von bis zu 24 Stunden ist möglich.


Blutegel frisch angesetzt, Saugakt seit ca. 10 Minuten


Blutegel nach ca. 30 Minuten Saugakt

Für Hundebesitzer:
Auch sollte evtl. zwei weitere Tage darauf geachtet werden, dass es an der Egelbissstelle nicht zu starker Beanspruchung kommt (Training auf dem Hundeplatz wie Agility usw.). Auch Längere Aufenthalte im Wasser sind in den ersten Tagen zu vermeiden.

Nach Abschluss der Behandlung werden die Bissstellen an ihrem Tier mit einem saugfähigen, dick wattierten Verband versorgt, der evtl. die Bewegung einschränkt. Er dient in erster Linie dem Schutz der Umgebung in der der Hund sich nach der Behandlung aufhält. Eine Reinigung der Wunde wird durch das Nachbluten gewährleistet.
Sollte es zu einer stärkeren Nachblutung kommen, gebe ich Ihnen zusätzliches Verbandmaterial mit, welches Sie im Bedarfsfall zur Erneuerung des Verbandes benutzen können. Falls diese Maßnahme nicht ausreicht, oder falls andere Nebenwirkungen auftreten, die Ihnen Sorge bereiten, können Sie sich jederzeit unter der Telefonnummer 0176/21026232 melden.

Für Pferdebesitzer:
Im Regelfall werden die Egelbissstellen nicht mit einem Verband versorgt, um ein störungsfreies aussickern der Nachblutung zu gewährleisten. Ausnahme sind besonders heiße Tage, an denen die Bissstellen vor aufsitzenden Fliegen geschützt werden sollten. Eine längere Beobachtung Ihres Tieres ist im Regelfall nicht notwendig, da Pferde nicht dazu neigen kleinere Hautverletzungen zu Belecken.


Egel nach ca. 50 Minuten Saugakt, kurz vor dem Loslassen


Bissstelle eines Blutegels direkt nach Abfallen des Egels

Am Folgetag bitte ich Sie um telefonische Rückmeldung, um eine kurze Beschreibung des Therapieverlaufes zu erhalten.

In manchen Fällen kann es zu einer juckenden Rötung um die Bissstelle kommen. Dies ist in der Regel nicht bedrohlich und vermutlich Teil der Wirkung. Diese Symptome lassen sich meist mit einfachen Mitteln (z.B. Quarkauflage, Kälteauflage, Homöopathie (z.B. Hirudo comp., Arnica, Phosphorus, Tanninum album Globuli), Salbe gegen Insektenstiche (z.B. Fenistil®, Combudron®, Soventol®) gut behandeln. Sollte es zu schwerer wiegenden Erscheinungen (Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufprobleme, etc.) kommen, müssen Sie sich umgehend mit mir oder einem anderen Tierarzt/Tierheilpraktiker in Verbindung setzen.

Etwa eine Woche nachdem die Behandlung durchgeführt wurde, werde ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen, um sicherzustellen, dass die Behandlung sachgerecht beendet wurde. Dies dient Ihrer Sicherheit und der Qualitätssicherung meiner Praxis.

Sollten Sie oder Ihr behandelnder Tierarzt Fragen im Verlauf der Nachbehandlung haben, stehe ich als Ansprechpartner unter der Nummer 0176/210 262 32 zur Verfügung.