Manuelle Lymphdrainage


Die manuelle Lymphdrainage bietet die Möglichkeit, das Abfließen von Lymphflüssigkeit aus dem Gewebe manuell, durch leichten Druck zu beschleunigen. Der Stau von Lymphflüssigkeit bedeutet für den Körper, dass der Abfluss von Stoffwechselabfallprodukten (infiziertes oder totes Zellmaterial, Zelltrümmer, Giftstoffe) und der Zufluss von frischem Zellmaterial, Sauerstoff und Nährstoffen aus dem Blutstrom nicht mehr gewährleistet sind. Es resultiert eine gestörte Ent- und Versorgung des Gewebes.
Durch die manuelle Lymphdrainage werden die Lymphgefäße bewegt, wobei sich die Lücken in der Gefäßwand für kurze Momente weiten können und einen Eintritt von Flüssigkeit und großen Eiweißmolekülen, an welchen die Abbauprodukte angeheftet sind, ermöglichen. Da Lymphe eine zähflüssige Konsistenz (honigartig) hat, geht dieser Prozess nur langsam vonstatten und muss während der Behandlung täglich wiederholt werden.

Der Abfluss der Lymphe ist nur gewährleistet, wenn die großen, zugänglichen Lymphgefäße in der richtigen Reihenfolge vom Therapeuten mit sanftem Druck „entleert“ werden. Generell ist ein Leitsatz der Lymphdrainage: So wenig Druck wie möglich auf das Gewebe ausüben! Es darf auf keinen Fall massiert werden und mit festem Druck gearbeitet werden, da sonst durch einen angeregten Blutfluss noch mehr Flüssigkeit und Moleküle in das Gewebe einmassiert werden und genau das Gegenteil des gewünschten Effektes eintritt, nämlich noch mehr Stauung der Lymphflüssigkeit. Deshalb ist auch auf den Einsatz von Durchblutungsfördernden Einreibungen zu verzichten (z.B. Franzbranntwein).