Wie verläuft eine Behandlung mit Phytotherapie?


Nach der Anamnese (Fallaufnahme, Schilderung der Symptome des Tierpatienten durch den Besitzer) und einer Allgemeinen Untersuchung wird eine Diagnose gestellt. Je nach Art und Schwere der Erkrankung wird vom Therapeuten eine Rezeptur erstellt, die entweder (bei vorhandenem Sachkundenachweis) direkt an den Tierbesitzer, in Form von einzeln abgepackten Phytotherapeutika abgegeben wird, oder vom Tierbesitzer aus der Apotheke oder aus dem Internet bezogen werden kann (bewährte Adressen werden angegeben). Häufig muss auf Internetversandhäuser ausgewichen werden, da ansässige Apotheken selten mit Pflanzenrezepturen in Kontakt kommen und oft Schwierigkeiten mit den Bestellungen haben.

Die Rezepturen sind je nach Fall für drei Tage bis zu drei Wochen ausgestellt. Selten kommen Phytotherapeutika länger zum Einsatz. Dies kann bei einigen Drogen notwendig sein, die ihre Wirkung z.B. erst nach einer Eingabe von 14 Tagen entfalten oder bei Erkrankungen, die einer ständigen Medikation bedürfen. Eine Pause zwischen den Behandlungen ist empfehlenswert, um den Körper immer wieder zu den eigenen Regulationsmechanismen zurückkehren zu lassen und den Behandlungserfolg zu überprüfen.

Achtung: in der Phytotherapie werden die Pflanzen als Drogen bezeichnet! Wenn es sich um Feinschnitt- oder Pulverdrogen handelt, können die Rezepturen direkt unters Futter gemischt werden. Besonders einfach funktioniert dies bei Pferden. Oft werden die schmackhaften Mischungen sogar gerne aufgenommen. Das leichte befeuchten der Drogen mit ein wenig Wasser ist empfehlenswert, damit ein gesunder Schluckvorgang gewährleistet ist (kein verkleben von Pulverresten in der Speiseröhre → Hustenreiz).
Schwieriger gestaltet sich das bei Hunden und Katzen. Bei Hunden sind die oft sehr geringen Mengen (einige Gramm) noch unters Futter zu mogeln, wenn nötig mit Tricks (Leberwurst). Für die sensiblen Katzen gestaltet sich die Phytotherapie in den meisten Fällen jedoch als aussichtslos. Eine Möglichkeit bietet sich dann durch das Eingeben einer Teeaufbereitung in einer Spritze, direkt in die Backentasche des Tieres. Was aber bei einer mehrmaligen Gabe (z.B. dreimal am Tag) wiederum Probleme bereiten dürfte.
Apotheken bieten die Möglichkeit zum Abfüllen von Pulverdrogen in Kapseln, die sich dann leichter in einem Leckerbissen verstecken lassen.

Leichter ist die Verabreichung von Aufkochungen („Tee“/Infus, Dekokt) oder Kaltauszügen (Mazerat). Die Flüssigkeitsmenge kann dann entweder unters Futter gemischt werden, oder mit Hilfe einer Spritze direkt in die Backentasche eingegeben werden. Zubereitete Flüssigkeiten können meist problemlos für einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie erhalten genaue Dosierungs-, ggf. Herstellungs- und Anwendungshinweise.